Der Abnehmeffekt von Tesofensin ist eigentlich eine Nebenwirkung - ursprünglich wurde Tesofensin in Studien zur Behandlung von degenerativen Gehirnerkrankungen wie Alzheimer und Parkinson untersucht und nicht als Abnehmpille. In diesen Studien zeigte sich jedoch eine ausgeprägte Wirkung als Abnehmpille - unter den Teilnehmern mit Übergewicht verlor fast jeder dritte mehr als 5% seines Körpergewichts. Dies führte zu einer Studie, die Tesofensin als Abnehmpille erforschte.Die Ergebnisse der dänischen Forscher klingen vielversprechend: Tesofensin als Abnehmpille brachte über sechs Monate im Durchschnitt 9,1 kg mehr Gewichtsabnahme als ein Placebo. Der Effekt war damit fast doppelt so hoch wie bei bereits auf dem Markt erhältlichen Abnehmpillen wie Orlistat und Sibutramin oder dem gerade vom Markt genommenen Rimonabant (siehe Ärzteblatt).
Wie wirkt die Abnehmpille Tesofensin?
Tesofensin erhöht die Wirksamkeit der Botenstoffe Noradrenalin, Serotonin und Dopamin im Hirn. Die Wirkung als Abnehmpille beruht wahrscheinlich auf der Dopamin-Wirkung. Dopamin har eine Wirkung auf das Belohnungszentrum. Eine genetisch bedingte verminderte Freisetzung von Dopamin könnte eine Ursache für Heißhunger und Übergewicht sein, was die sehr gute Wirksamkeit einer Abnehmpille, die den Dopaminspiegel ansteigen lässt, erklären kann.
Was sind die Nebenwirkungen der Abnehmpille?
Eine Abnehmpille mit so durchschlagenden Wirkungen wie Tesofensin kann nicht ohne Nebenwirkungen daherkommen - das wäre zu schön um wahr zu sein. Die Patienten der ersten Studie klagten am häufigsten über Mundtrockenheit, Übelkeit und Schlaflosigkeit. Wenn der Wirkstoff also als Abnehmpille auf den Markt kommen sollte, muss der Nutzen die Risiken überwiegen. Auf die Wunder-Abnehmpille ohne Risiken und Nebenwirkungen müssen wir also weiter warten.
Wann wird die Abnehmpille zugelassen?
Bis Tesofensin als Abnehmpille auf den Markt kommt, dürfte es noch ein Weilchen dauern. Weitere Studien zur Verträglichkeit und zur richtigen Dosierung sind dringend notwendig. Dass Abnehmpillen gefährliche Nebenwirkungen haben können, zeigt sich ja gerade am
Verkaufsstopp von Rimonabant (Acomplia).
Braucht man das?
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